Schon seit vielen Jahren wird in der Hüftprothetik am Caritas-Krankenhaus der minimal invasive antero-laterale Zugang zum Hüftgelenk gewählt – der ALAMIS-Zugang.

Anders als kommerziell vermarktete Zugänge stellt der ALAMIS-Hüftzugang die evolutionäre Fortentwicklung eines bewährten Hüftzuganges dar und ist nicht an ein bestimmtes Implantat gebunden. Über einen kurzen Hautschnitt erfolgt der Zugang zum Gelenk von vorne (antero-) und seitlich (lateral) durch Auseinanderdrängen von Muskulatur. Nichts wird durchgeschnitten, die Präparation erfolgt sanft mit dem Finger des Chirurgen, und oft ist man schon nach 3 Minuten “vor Ort”.

Es ist kein Kunststück, wie das Basteln eines Buddelschiffes durch die Öffnung einer Flasche, sondern die konsequente Fortentwicklung chirurgischer Technik unter der Prämisse des “primum nil nocere” (“keinen Schaden anrichten”). Viele einzelne Schritte waren dafür notwendig, um über Jahre diesen Zugang zu entwickeln, von der Lagerung über die Abdeckung, von angepassten Instrumenten bis zur stetigen Entwicklung und Anpassung der chirurgischen Technik selbst. Es braucht keine komplexe Vorrichtung, in die das Bein eingespannt und in die Länge gezogen wird, sondern nur einen ganz normalen verstellbaren Operationstisch, auf dem der Patient gut gepolstert in Rückenlage liegt. Und wir haben den Zugang nicht zusammen mit einem bestimmten neuen Implantat “gekauft”, sondern können weiterhin unser bewährtes Implantat verwenden, bei dem wir uns auf exzellente Langzeitergebnisse verlassen können.

Zur minimal invasiven Operation gehört aber auch die rasche Mobilisation. Dazu legen wir schon intraoperativ den Grundstein. Wir verzichten auf Drainagen. Wir machen eine extrem sorgfältige Blutstillung und geben lokal ein besonderes Medikament zur Verminderung postoperativer Blutergüsse (Tranexansäure TXA). Wir machen eine ausgedehnte Lokalanästhesie der gesamten Weichteile im Operationsgebiet, was ein nahezu schmerzloses Aufstehen noch am Operationstag ermöglicht. Und wir haben ein paar alte Zöpfe im Nachbehandlungsschema abgeschnitten, die nach einer minimal-invasiven Implantation nicht mehr notwendig, sondern nur noch hinderlich waren. Wir nennen es nicht “rapid recovery” oder “fast track”, sondern sprechen vom raschen Aufstehen und zur baldigen Rückkehr ins normale Leben.

Beim Aufstehen nach einer ALAMIS-Hüfte gibt es keine Verbote, sondern nur Ermunterungen.

Ein weiterer großer Vorteil des ALAMIS-Zugangs ist übrigens seine Skalierbarkeit. Das mag bei der Erstoperation nicht interessieren, aber im Falle von Komplikationen oder späterer Wechseloperationen ist es gut, dass der ALAMIS-Zugang beliebig erweiterbar ist und man über diesen Zugang alle Probleme, die es geben mag, lösen kann.